13. Mai 2006 ... 19:37 Uhr

Fussballverückter · 13.05.08 · 414 Antworten · 213'288 Views

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Tschik Cajkovski
Tschik Cajkovski

13.05.26 @ 13:01

jedes mal wenn ich diese zusammenfassung anschaue, kriege ich hühnerhaut! ich wusste genau in diesem moment, dass dieser nie mehr wird getoppt werden könnte. wir sassen auf der haupttribüne, höhe sven hotz circa zwei reihen unter ihm. nach dem schlusspfiff rannten wir aufs spielfeld um mit dem team zu jubeln. ich stand bei lucien und pescu, als plötzlich der basler mob auf pescu losging, bzw. pescu ihn mit seinem karate reifen hieb zu boden brachte. was für ein zusätzliches spektakel! diese szene wurde verewigt fotografisch (auch im fcz buch), das bild hängt seit dem eingerahmt bei mir zu hause :)

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oma
oma

13.05.26 @ 14:49

Heute vor 20 Jahren feierte ich neben dem 1. April 2000 (ZSC nach 39 Jahren wieder Meister) meinen wohl schönsten Tag in meinem Leben. Gerne teile ich meinen Post von damals wieder:

"Auch ich erinnere mich wie es gestern gewesen war. Als nicht Südkurvler war es erst schwierig, an ein Ticket zu kommen. 2 Tage vor dem Spiel kam eine Einladung der Basler KB um das Spiel schicki-micki-quäcki-fröschli-mässig mit champagner und brötlilachs anschauen zu können. Nur schon der Gedanken daran, inmitten von Basler.....ach lassen wir das.

Stunden später ein Mail von einem Kollegen der ein Ticket auf der Gegentribüne auf Riccardo zu 80 ersteigert hatte, dieses aber auf einmal nicht mehr benötigte. Übergabe des Tickets war anlässlich eines Junioren E Spiels seines Sohnemannes auf dem Heerenschürli bei herrlichem Sonnenschein. Ich war den ganzen Tag erstaunlich ruhig und gelassen aber trotzdem voller Vorfreude aufs Spiel. Auf der Fahrt nach Basel blitzte es mich, die 3 Stunden vor dem Spiel mit Bier und einem Rauchi bei den hinteren Fussballplätzen um die Ohren geschlagen. Eine Stunde vor dem Spiel die entwürdigende Eingangskontrolle unserer Fans beobachtet und mich tierisch daran genervt, dass Kühe auf dem Weg zum Schlachthof besser betreut werden. Beim Anstehen mich allen als Zürcher geoutet und allen Baslern zum zweiten Platz gratuliert. Kaum war ich auf dem Platz hoch oben in der obersten Reihe begann es zu regnen. Da zu dieser Zeit gerade die Galerie oberhalb gebaut wurde, hatte es verschieden ballgrosse Löcher im Dach. Mein Platz war gerade unter einem solchen Loch....

Beim 0-1 freute ich mich als einziger auf der ganzen Tribüne, was mit mehreren dumpfen Schimpfwörtern (Du Ar..., du Wi..., hau ab du Pe...) quittiert wurde, dies notabene von einem Vater mit kleinem Kind an der Hand. Das 1-1 hat nicht wirklich gestört, selbst zu diesem Zeitpunkt war ich nicht wirklich beunruhigt. Eher unruhig wurde ich durch die aufgeputschten Basler Zuschauer rund um mich herum. Ich zog es also vor, meinen Platz zu verlassen und den Rest des Spiels vom Zwischengang vor den Getränkeständen stehend zu verfolgen. Dann passierte es! Ich hüpfte und schrie wie ein Verrückter, yesssss! Sofort war ich von drei (!!!) Polizisten umringt, die mir in meinem eigenem Interesse rieten auf Jubel zu verzichten. War mir aber ziemlich egal zu diesem Zeitpunkt. Mir wurde bewusst, dass mein Auto mit ZH-Schild sehr nahe am Stadion parkierte. Ich verliess also so schnell wie möglich das Stadion, habe dabei mehrmals Polizisten in voller Kampfmontur gekreuzt. Jedesmal als ich mit leuchtenden Augen einem Polizisten begegnete, zwinkerten die mir mit Augenschlag zu und gaben mir mit Finger vor den Lippen zu verstehen, dass ich nicht provozieren soll.

Erst im Auto realisierte ich, was überhaupt in den letzten 10 Minuten geschah. Der Weg zurück nach Zürich war ein einziger persönlicher Triumphzug. In Zürich angekommen parkte ich das Auto und ging in der Masse der feiernden Zürcher unter."

92. Min 47. Sek und live dabei...unvergesslich

5
H
Hassli86

13.05.26 @ 15:17

Happy 13. Mai allen FCZlern! In diesen schwierigen Zeiten habe ich mir die Mühe gemacht, meinen Gymi-Abschlussaufsatz abzutippen, den ich damals mit 19 Jahren geschrieben habe. Vor Kurzem habe ich ihn irgendwo verstaubt im Keller meiner Eltern wiedergefunden – das Papier bereits vergilbt, die Handschrift kaum mehr lesbar. Doch beim Lesen war sie sofort wieder da: die Magie dieses heiligen 13. Mai 2006. Heute jährt sich meine persönliche Sternstunde bereits zum 20. Mal. Gerade in Zeiten wie diesen wollte ich euch diesen Text nicht vorenthalten. Auf bessere Zeiten!

Sternstunde

Ich werde in meinem Aufsatz von einer ganz persönlichen Sternstunde meines Lebens berichten. Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich mit meinen noch nicht einmal zwanzig Jahren eigentlich noch keine wirkliche Sternstunden erlebt, die prägenden Momente in meinem noch jungen Leben stehen mir wohl noch bevor. Viele Leute, vielleicht auch Sie, lieber Leser, werden bei der Behauptung, die nachfolgende Erzählung sei eine Sternstunde meines jungen Lebens gewesen, den Kopf schütteln und mich in keiner Weise verstehen. Doch eigentlich ist es ja genau das, was das Zusammensein von uns Menschen interessant und anschaulich macht; jeder hat seine ganz persönlichen Charaktereigenschaften, die nicht von jedermann verstanden werden müssen und können. Schon seit ich denken kann, bin ich völlig vernarrt in den Fussballclub Zürich, man könnte es sogar als eine Art Indoktrination meines Vaters bezeichnen, der selbst seit über dreissig Jahren begeisterter Anhänger dieses Clubs ist. Mein Fandasein war nicht immer leicht gewesen, der Verein spielte über Jahre äusserst erfolglos und war verantwortlich für manche Tränen von mir. Die Beziehung zwischen mir und dem FCZ könnte als Ehe, die mehrmals kurz vor der Scheidung stand, beschrieben werden. Etliche Male in Momenten tiefster Trauer verfluchte ich meinen Vater, er sei Schuld an meinem Leid, er sei es schliesslich auch gewesen, der mir die Begeisterung für diese Mannschaft eingebläut hatte. Doch nie brachte ich es übers Herz, mich vom Verein zu trennen. Im meist spärlich besuchten Letzigrund verfolgte ich die Spiele, litt und vergoss Tränen wie nie zuvor. Eine solche Begeisterung und ein solch unglaubliches Mitfiebern ist für mich bis heute völlig unerklärlich, an manchen Tagen hielt ich mich selber für übergeschnappt. Doch in der Saison 2005/06 war vieles, ja eigentlich alles anders. Mein geliebter FC Zürich spielte mit einer zuvor nie dagewesenen Konstanz guten und vor allem erfolgreichen Fussball. Die Euphorie war bei allen Fans zu spüren und die Möglichkeit, den Schweizer Meistertitel nach 25 Jahren wieder nach Zürich zu holen - der Club hatte dies zuletzt 1981 geschafft - machte mich fast wahnsinnig. Der Spielplan wollte es, dass der letzte Spieltag über Sieg oder Niederlage, Meister oder nur Vizemeister, „himmelhoch jauchzend“ oder „zu Tode betrübt“ entscheiden musste, denn die Ausgangslage war spannend wie nie zuvor. Zürich musste das letzte Spiel in Basel gewinnen, um den FC Basel doch noch von der Spitze zu verdrängen und Meister zu werden. Dieser Gedanke liess mich beinahe durchdrehen und an Schlaf war Tage vor der „Finalissima“ überhaupt nicht zu denken, das Spiel wurde bereits in manchen meiner Träume abgepffifen, mit positivem oder negativem Ausgang, doch es dominierte meine Nächte voll und ganz. Überall gewann dieser Match die Überhand, in den Medien, auf der Strasse, bei uns in der Familie am Esstisch. Es war für mich kaum auszuhalten, ich fieberte diesem „goldenen Samstag“ so sehr entgegen. Dann endlich war dieser Samstag da. Einziger kleiner Wermutstropfen bestand darin, dass ich und meine Freunde, mit denen ich seit der ersten Kanti die Spiele des FCZ besuche, keine Tickets mehr für den Match in Basel ergattern konnten, da dieser schon seit Wochen ausverkauft war und die Plätze natürlich zu „Wucherpreisen“ angeboten wurden. Trotzdem wurde vom FC Zürich für die Daheimgebliebenen eine Live-Übertragung auf Grossleinwand in einer grossen Halle in Zürich organisiert, wohin ich mich mit meinen Kollegen begab. Die Stimmung war bereits auf der Zugfahrt nach Zürich angespannt, anders als bei anderen Spielen. Ich spürte, wie mir immer mehr Blut in den Kopf schoss, meine Hände anfingen zu schwitzen und meine Atmung zunehmend flacher wurde, je näher der Anpfiff rückte. Die Halle ist übervoll, die Stimmung zum Zerreissen gespannt und die Hitze kaum auszuhalten. Dann endlich Anpfiff. Überall fingernägelkauende, zu Gott betende Menschen, die Stimmung ist gereizt und angespannt. Dann, nach einer halben Stunde Spielzeit, der Führungstreffer für unsere Jungs, die Halle tobt, scheint auseinanderzufallen. Mein Herz hüpft, der Schweiss läuft mir den Rücken hinunter, meine Emotionen scheinen ein erstes Mal zu überborden, zum Glück ist Halbzeit, ich muss raus aus diesem Treibhaus, die Hitze scheint mich sonst umzubringen. Endlich draussen, ein laues Lüftchen bläst mir entgegen, ich wage noch nicht an den Sieg zu denken, man kennt die Schlussspurte der Basler. Dann Anpfiff zur zweiten Halbzeit, kein hochklassiges Spiel, doch es lebt von der nervenaufreibenden Spannung. Dann die 60. Minute. Was ist das? Die Leinwand ist schwarz, nichts geht mehr. Pfiffe und bestürzte Gesichter. Das darf doch nicht wahr sein. Handys werden gezückt, um auf dem Laufenden zu bleiben. Dann plötzlich die Meldung des Moderators, der durch den Abend führte, es stehe zwei zu null! Ungläubige Gesichter blicken sich an, doch dann grenzenloser Jubel aus den über 3000 Kehlen in der Halle, die Stimmung ist am Überkochen, die Wut über den Stromausfall vergessen, doch dann die Ernüchterung aus Basel: Falschmeldung, es steht 1:1, was dem FC Basel zum Titel reichen würde. Aufschreie, Wut über den Moderator, über den Stromausfall, über das Ergebnis, über das Leben. Was für ein Wechselbad der Gefühle! War’s das nun? Aus der Traum? Wenigstens ist das Bild, das wegen eines heftigen Gewitters unterbrochen wurde, wieder da. Tatsächlich 1:1. Ernüchterung und Resignation machen sich breit, nur noch zehn Minuten sind zu spielen. Ich stehe da wie ein begossener Pudel, die Hände über dem Kopf, Tränen in den Augen.

Ein letzter verzweifelter Angriff des FCZ. Eine letzte Flanke kommt tatsächlich noch in den Strafraum. Schuss und Tor! In der 93. Minute schiesst der FC Zürich tatsächlich das Meistertor. Vor Freude breche ich zusammen, kann mich nicht mehr auf den Beinen halten, nur noch Leere in meinem Kopf. Als ich mich wieder auffange, fällt mir mein Kumpel (User Los Tioz 😊), mit dem ich am längsten die Spiele besuchen, hemmungslos weinend in die Arme. Wildfremde Menschen umarmen mich, küssen mich sogar, gestandene Männer weinen, lassen ihren Gefühlen freien Lauf. Ich selber begreife noch gar nichts, bin wie in Trance, doch so nach und nach kapiere ich, dass mein FC Zürich tatsächlich Schweizer Fussballmeister ist. Es wird der Lohn sein für all die Jahre des Leidens und der Peinigungen von Kollegen und Verwandten. Auf den Strassen von Zürich ist die Hölle los, es wird gesungen und getanzt bis in die frühen Morgenstunden, für viele auch noch länger. Als ich um 5 Uhr morgens die Türe öffne, bemerke ich das Flimmern des Fernsehers mit meinem Vater davor, der mich mit glänzenden Augen begrüsst und mich leidenschaftlich umarmt, reden können wir zwar nicht mehr viel, zu heiser sind unsere Stimmen, doch die Genugtuung und Freude sehen wir uns beide an, dafür braucht es keine Worte. Ich war mir nicht sicher, doch ich sah an diesem Sonntagmorgen wohl das erste Mal Tränen in den Augen meines Vaters, soweit ich mich zurückerinnern kann. Dann heisst es noch Anstossen mit Papa, mit dem ich wegen dieses Vereins schon so viel durchgemacht habe. Oft habe ich ihn verflucht, heute bin ich ihm auf ewig dankbar, dass er mich mit vier Jahren ins Stadion eines Vereins mitgenommen hat, von dem ich mich nie wieder losreissen werde können. Wie bereits anfangs erwähnt, werden Sie nicht kaum verstehen, warum ein normaler Fussballclub mir meine eigene Sternstunde bescherte. Müssen Sie auch nicht. Ich tue es nämlich auch nicht wirklich. Ich kann nur sagen, es ist etwas, das mich schon mein ganzes Leben begleitet, für das ich soviel Zeit, Geld und auch andere Opfer gebracht habe und mit dem ich mein ganzes Leben verbunden bleiben werde. Ich hoffe, dies kann als verständliche Erklärung angesehen werden.

Fussballverückter, Ersteller dieses Threads vor 20 Jahren :D (kann mich nicht mehr einloggen, darum musste ein neuer Account her)

Yn
Yekini neu

13.05.26 @ 15:55

https://dbfcz.ch/saison.php?saison_id=1&m=1&c=0&lc=0&i=0&p=0&f=0

DIE Saison dazu. Beim 0-0 gegen Schaffhausen 9 Runden vor Schluss war ich so frustriert, dass ich Schaffhausens Goalie Herzog auf den Zaun kletternd mehr den Mittelfinger zeigte, weil der so gut war...:-) Danach der frühe 0-3 Rückstand gegen YB, der dank Keita's last minute Penalty noch 3-3 endete. Es kam Aarau und ich sagte zum Wett Kollegen, Haus und Hof auf Aarau, bei uns ist die Luft draussen. Der FCZ siegte 6-0:-) und danach kamen noch weitere 6 Siege in Folge dazu bis zum Titel....

riot666
riot666

13.05.26 @ 16:20

Die Taktik 123:

https://www.srf.ch/sport/fussball/super-league/20-jahre-nach-fcz-meistertitel-srf-regisseur-enthuellt-neue-details-zum-umstrittenen-einwurf

diese Fake news immer.. da war alles korrekt! ich hoffe er ärgert sich heute noch :)

Nef hatte das ja schon beim 10-Jahres-Jubiläum im Volkshaus zugegeben. Ich finde diese Story von Gross irgendwie cool, v.a. weil er sich an die Verschwiegenheits-Abmachung gehalten hat und das Videomaterial nur gebraucht hat, damit er das für sich selbst abhaken kann.

seitdem ich dich kenne…

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DT
Die Taktik 123

13.05.26 @ 17:24

riot666:

Die Taktik 123:

https://www.srf.ch/sport/fussball/super-league/20-jahre-nach-fcz-meistertitel-srf-regisseur-enthuellt-neue-details-zum-umstrittenen-einwurf

diese Fake news immer.. da war alles korrekt! ich hoffe er ärgert sich heute noch :)

Nef hatte das ja schon beim 10-Jahres-Jubiläum im Volkshaus zugegeben. Ich finde diese Story von Gross irgendwie cool, v.a. weil er sich an die Verschwiegenheits-Abmachung gehalten hat und das Videomaterial nur gebraucht hat, damit er das für sich selbst abhaken kann.

da gebe ich die nstüelich recht, war auch nicht ganz ernst gemeint. das fest damals war trotz sportlicher lage sehe gelungen

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