Die Taktik 123:
AvanSantis:
Ich glaube, es ist eine Mischung aus mehreren Faktoren und nicht ein einzelner Grund. Die TV-Gelder spielen sicher eine Rolle, weil sie die Basisbudgets der Klubs bestimmen. Aber entscheidender finde ich tatsächlich die fehlende Stabilität in vielen Vereinen. In der Schweiz wechseln Eigentümer, Sportchefs und Trainer sehr häufig, und langfristige Strategien werden selten konsequent durchgezogen. In Ligen wie Dänemark oder Norwegen sieht man oft klare sportliche Konzepte über mehrere Jahre. Dazu kommt, dass Schweizer Klubs ihre besten Spieler extrem früh verkaufen müssen, während Vereine wie Kopenhagen oder Bodø ihre Leistungsträger länger halten können. So entsteht gar nicht erst eine Mannschaft, die international konstant konkurrenzfähig ist.
würde es sich nicht einmal lohnen wenn man erfolg hat die spieler zu halten undddirelt wieder europa als ziel ausrufen als jedesmal die halbe Mannschaft zu verkaufen?
Es würde sich allgemein lohnen, mal über mehrere Jahre am gleichen Plan festzuhalten (siehe Thun, St. Gallen und Lugano). Dann kommt immer das Argument "Ja, aber wenn einer gut ist, geht er ins Ausland". Das mag sein, aber trotzdem schaffen es sowohl St. Gallen (Zigi (und Watkowiak), Görtler, Witzig, Quintilla) wie auch Lugano (Bottani, Saipi, Mahmoud, Huso-Steffen) gleich mehrere Spieler über Jahre zu halten. Dann verkraftest du halt auch die üblichen Abgänge (wie einen Vogt).
Beim FCZ (und übrigens auch bei Basel, gc, Lausanne) wechselt die Strategie im Halbjahres-Rhythmus. Mal setzt man auf Junge, dann verpflichtet man wieder Ältere, man entlässt und wechselt den Trainer (mal einen Schweizer, der die Liga kennt, mal einen Ausländer ohne SL-Erfahrung und Deutsch-Kenntnisse), spielt ein 3-4-3, dann eine Viererkette. Da kommt man ja nirgends hin. Innerhalb der SL kann man sich so noch durchwursteln (siehe YB 2023, 204) und Basel (2025) aber international sieht's dann brutal aus. Da hat es Vereine, die arbeiten seit Jahren hochprofessionell und mit klarer Strategie.